Kein Filter: Die Crux mit den
überreizten Sinnen

Im Allgemeinen ist Reduktion eines der wichtigsten Aspekte im Umgang mit der eigenen Hochsensibilität. Dabei geht es um eine stille Stärke, weniger um aktive Präsenz. Kürzlich berichtete beispielsweise eine Autorin, dass sich Betroffene oft wie ein Alien fühlen würden. So fand zum Beispiel die Sängerin Alanis Morissette erst nach der Lektüre von Elain N. Aron Zugang zu mehr Selbsakzeptanz. Bildung hilft: Lesen, Reflektieren und Gruppenbesuche ausgewählter Gesundheitskreise, insgesamt eine intensivere Auseinandersetzung mit dem Thema der eigenen Hochsensibilität. Wichtig ist zu erkennen: Empfindsamkeit kann stark machen. Hier helfen Strategien, die der Selbstregulation dienen und vorbeugen. Neue Lebensumfelder für sich zu erschließen dient dem Ausgleich. Wenn du erkennst, dass du hochsensibel bist, kannst du deine Vergangenheit neu bewerten.

Appele zur Veränderung, wie in modernen Coachingkonzepten, sind nicht selten Angriffe auf die Vergangenheit, die eher schwächen. Worum es letztendlich geht, ist ein neuer Blick auf das eigene Leben. Individuelle Bandbreiten laden zum Spurenwechsel ein. Nur wer die leisen Seiten des Daseins sieht, kann gewinnen. Ein Märchenweltprojekt in Worpswede stellt dies beispielsweise am Märchen von Hänsel und Gretel dar: Märchen pflegen die Seele, sie lassen uns mutig sein, stärken uns und lassen uns träumen. „Ein Vater hatte nichts mehr, um seine Familie zu ernähren und so schlug die Stiefmutter vor, die Kinder im Wald auszusetzen. Da merkte er, was für ein schrecklicher Mensch sie war, ließ sich aber nichts anmerken. Bei einem gemeinsamen Spaziergang durch den Wald, ließen sie diese allein zurück. Es war schon dunkel und die drei fanden den Weg zurück, da der Vater weiße Kieselsteine gelegt hatte, auf die nun der Mond schien.“ Worpsweder Nebenwege: Beim Refraiming kann man sehen, dass es schön ist, so viele Gefühle zu haben und man kann das auch lenken. Schöne wie negative Eindrücke erleben Hochsensible intensiv – eine Gabe, die auch ein Fluch sein kann.

Wegen der Reizüberflutung vermeiden Hochsensible oft gesellige Runden, denn sie reflektieren weitaus mehr als andere. Es wird alles stark durchdacht. Darin sind HSP hervorragend und sie sind nicht ohne Grund gute Analytiker, sorgen sich jedoch auch stärker oder neigen dazu, Ängste zu haben. Hypnose kann ein guter Heilungsweg sein. Führt sie hin zu dem, was man fühlt. Für sich selbst die passende Antwort zu finden, dauert oft lange, alles muss tiefergehend geprüft werden, das Gegenüber steigt dann nicht selten aus. Es ergibt sich ein Schachmatt auf der Verhaltensebene. Der in allem nachhaltige Lebensstil ist der geeignete Entwurf für ein Leben mit Filter und die Crux mit den überreizten Sinnen. Ungefiltert fluten die Reize in das Nerven-und Körpersystem der Betroffenen ein. Das führt zu körperlichen und seelischen Reaktionen: Hoher Pulsschlag, Tinnitus, Hautirritationen, Hitze, Druck auf den Magen. Die fünf Schlagworte des nachhaltigen Lebensstils sind:

  • refuse (ablehnen)
  • reduce (reduzieren)
  • reuse (wiederverwerten)
  • recyclen (recyclen)
  • rot (kompostieren)

Allein schon das sich-bewusst-machen und das eingebunden-sein in den ewigen Kreislauf aus Kommen und Gehen kann für spürbare Beruhigung sorgen.